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DER MEISSNER WIDDER
Der Meissner Widder vereinigt die Merkmale des Widders und
des Silberkaninchens. Er ist laut der Roten Liste der
Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter
Nutztierrassen in die Kategorie I (extrem gefährdet)
eingestuft. Aufgrund der Seltenheit der Rasse lässt derzeit
auch die Qualität noch große Wünsche offen insbesondere die
Gleichmäßigkeit der Silberung bereitet noch große
Schwierigkeiten.

Der Meissner Widder ist ein Fleisch- und Pelzkaninchen und
verfügt über ein lebhafteres Temperament als die Deutschen
Widder.

Um das Jahr 1900 wurde diese Rasse durch Leo Reck aus Meißen
erzüchtet, welcher sich um den Meissner Widder auch später
sehr verdient gemacht hatte. Im Jahre 1906 präsentierte Leo
Reck seine Neuzüchtung das erste Mal der Öffentlichkeit. Die
gesilberten schwarzen Meissner Widder wurden zuerst durch
Kreuzungen von Englischen und Französischen Widdern mit
Grausilberkaninchen von den Züchtern Reck und Neupold
erhalten und sind auch in ihrem Typ die Besten. Im Laufe der
Zeit kamen dann auch noch andere Farbschläge hinzu, die sich
jedoch über ihre Enstehungsgebiete nicht verbreiteten.

Derzeit fehlt es dem Meissner Widder (MW) noch an der Form.
Eine konstant vererbende Durchzüchtung des gewünschten
Widdertyps ist bei der sehr seltenen Rasse derzeit nicht
überall gegeben.

Standard Meissner
Widder (gemäß ZDK Standard 2004)
Abteilung II,
Mittelgroße Rassen
Meissner Widder (MW)
Bewertungsskala
Punkte
1. Gewicht
20
2. Körperform, Typ und Bau
20
3. Fellhaar
15
4. Kopfbildung und Behang
15
5. Silberung, Deckfarbe und Gleichmäßigkeit 15
6. Unterfarbe
10
7. Pflegezustand
5
________
100 P.
1.
Gewicht: 3,5 bis 5,5 kg. Vollgewicht 4,5 kg und mehr.
Höchstgewicht 5,5 kg.
Gewichtsbeurteilung: 3,5kg 15P., bis 3,75kg
16P., bis 4,00kg 17 P., bis 4,25kg 18P., bis 4,50kg 19P.,
über 4,50kg 20P.
2. Körperform, Typ und Bau
Der Meißner Widder ist weniger gedrungen und massig als der
Deutsche Widder. Sein Körper ist leicht gestreckt, Brust und
Hinterpartie sind breit. Der Rücken ist schön gewölbt und
hinten gut abgerundet. Die kräftigen Läufe stehen
breitgestellt und werden gerade aufgesetzt; die Stellung des
Körpers ist mittelhoch. Bei älteren Häsinnen ist eine
kleine, gut geformte Wamme zulässig.
3. Fellhaar
Das Fellhaar ist dicht, gut und gleichmäßig begrannt und
besitzt eine Länge von etwas 3 cm. Die Ohren sind gut
behaart.
4. Kopfbildung und Behang
Der Kopf mit dem schönen, gebogenen Nasenrücken erscheint im
Profil widderartig, jedoch nicht mit dem ausgeprägten
Widdertyp des Deutschen Widders. Im Übrigen soll der Kopf
kräftig, mit einer breiten Stirn- und Schnauzpartie versehen
sein. Der Kopf der Häsin ist dem Geschlechtscharakter
entsprechend etwas weniger markant als beim Rammler.
Der Behang ist aufgrund der geringeren Größe gegenüber dem
Deutschen Widder etwas kürzer. Die Behanglänge beträgt 36 bis 42 cm.
Der Behang ist gut angesetzt und wird zu beiden Seiten des
Kopfes hufeisenförmig, röhrenartig voll und mit der
Schallöffnung nach innen getragen. Die Ohren sind kräftig
und fest im Gewebe und an den Enden gut abgerundet.
Leichte Fehler: Nicht entsprechend ausgebildete Kopfbildung.
Schwacher dünner oder schlecht getragener Behang. Etwas
kurzer oder langer, nicht zur Körpermasse passender Behang.
Abstehender (schwebender) Behang,
Schwere Fehler: Gänzliches Fehlen des Widderkopftyps.
Weniger als 36 cm und mehr als 42 cm Behanglänge. Waagrecht
oder teilweise aufrecht getragene Ohren.
5. Silberung, Deckfarbe und Gleichmäßigkeit
Anerkannt sind die Farbenschläge des Deutschen Großsilber.
Für die Silberung, die Deckfarbe und die Gleichmäßigkeit
gelten dementsprechend die gleichen Forderungen wie bei den
Deutschen Großsilbern, d.h. die Deckfarbe soll am ganzen
Körper gleichmäßig gesilbert und mit reichlichem Glanz
versehen sein.
Leichte und schwere Fehler: Für die leichten und schweren
Abweichungen in der Silberung und Deckfarbe - einschließlich
jeweils der Gleichmäßigkeit - gelten sinngemäß die
entsprechenden Fehler der Deutschen Großsilber.
6. Unterfarbe
Für die Unterfarbe - beim Farbenschlag graubraun, Zwischen-
und Unterfarbe - gelten die entsprechenden Bestimmungen der
Deutschen Großsilber.
Leichte und schwere Fehler: Für die leichten und schweren
Abweichungen der Unterfarbe bzw. der Zwischen- und
Unterfarbe gelten ebenfalls die entsprechenden Fehler
der Deutschen Großsilber.
7. Pflegezustand

Die Durchsilberung der Jungtiere erfolgt etwas rascher als
bei den anderen Silberkaninchen. Ein lebhafteres Temperament
als beim Deutschen Widder deutet noch heute auf die
Abstammung der Rasse vom Kleinsilber hin. Bei der
Zusammenstellung der Zuchtpaare wolle man besonderen Wert
auf einen besseren Widdertyp und auf ein etwas längeres Fell
legen. |